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Die Kochkunst
Es hat mich immer Schwer verletzt, Dass man uns frau`n zurückgesetzt. Von aller Wissenschaft und Kunst Uns nichts bleibt als der Küchendunst.
Doch still, ich lief`re den Beweis, Wie wir in unserm engen Kreis, Nur durch der Kochkunst Zaubermacht, Unglaubliches hervorgebracht.
Durch sie würzt selbst die dümmste Gans, Den allerklügsten Männerkranz. Durch sie darf ein gemeines Schwein, In nobelster Gesellschaft sein.
Und selbst der feigste Hasenfuss. Empfängt des Königs Huld und Gruss Wenn ihn der Köchin Lorbeer schmückt Er sich zur ersten Tafel schickt.
Dann könnt ihr unsre Helden sehen Voll Mut beim grössten Auflauf stehen Den Hippen selbst weicht er nicht aus und alles fordert ihn heraus.
Die Backfisch alle Gross und klein, Schickt in die Küche schnell hinein wir bringen sie an Mann geschwind Und wenn sie noch so grätig sind.
Wo ist die Universität, Die über unsre Schule geht? Die stets den grössten Stockfisch ehrt Und jederzeit die Schooten lehrt?
Die selbst aus einer Flasche Wein, Fast sollt es zwar unmöglich sein. Den Kardinal und Bischof macht Dem Katholik und Ketzer lacht.
Die Politik vom ganzen Land Regiert allein der Köchin Hand. Sie ist dem Krebsgang auf der spur, Sie ändert seine Farben nur.
Denn nach der Kochkunst weisem Rat Wird selbst ein Krebslein Demokrat, Aus heissem Dampf o welch ein Graus, Kommt jetzt ein Roter gar heraus.
Der Ochse wird ein Redner gar Wenn er in unser Schule war, Pikant wird seine Zunge sein Wenn wir den Pfeffer ihr verleih`n.
Und wenn man auch ein Böcklein schiesst, Die hohe Kunst es nicht verdriesst. Sie schabt dabei in aller Ruh Die schönsten Rüben noch dazu.
Die Dummheit macht uns niemals Müh` Der Köchin fehlt`s an Grüssen nie, Sie Knacket selbst die härtste Nuss Ganz ohne Mühe und Verdruss.
Drum ohne Rückhalt sag ich frei Das unsre Kunst die erste sei, Und ohne sie wär Ironie, Des Lebens höchste Poesie.
Dieses Gedicht stammt von einer Köchin aus dem Jahr 1887
Kontakt: Amrein-Herger Lisa Chrüzmatte 22 6247 Schötz
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